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Vereinsgeschichte 1898-1948 Menü Im Sommer 1897 kam Karl Horisberger als Bäckergeselle nach Frutigen. Dem kräftigen Turner war es daran gelegen, seine Leibesübungen weiterhin zu pflegen. Da aber noch kein Turnverein bestand, sammelte er ein paar Gleichgesinnte um sich und gründete den Turnverein Frutigen. Die ersten Mitglieder waren: von Allmen Fritz, Brunner Jakob, Christen Louis, Eppler, Gyseler Samuel, Horisberger Karl, Müller Johann, Ryter David, Schmid Fritz, Schmid Karl, Schmid Gottfried, Wäfler Adolf, Zurbrügg Alfred, Zurbrügg Samuel und Zurbrügg Jakob. Lehrer Adolf Wäfler liess sich als Oberturner wählen und ergriff sofort mit fester Hand die Zügel. Neue Mitglieder traten ein, so dass bald mehr als 20 Aktive dem Verein angehörten. Für den Oberturner war es keine leichte Sache, den zum Teil etwas ungelenken Burschen turnerischen Schneid beizubringen, und einige von ihnen sind nach kurzer Zeit wieder abtrünnig geworden. Als Uebungslokal diente der Badsaal. Die ersten Geräte wurden geliehen und konnten nur nach und nach als Eigentum angeschafft werden. Subventionen gab es keine, aber mit frischem Mut machten sich die Turner ans Werk, um die nötigen Mittel aufzubringen. Eine Vorstellung wurde in Szene gesetzt. Diese hatte recht guten Erfolg und brachte dem jungen Verein auch die Sympathie der Bevölkerung; denn recht viele liessen sich als Passivmitglieder einschreiben, um, wenigstens für ein Jahr, den Beitrag zu bezahlen. Die ersten Jahre Im Jahre 1899 trat der Turnverein Frutigen dem oberländischen Bezirksturnverband bei, und wahrscheinlich erfolgte gleichzeitig oder wenig später der Eintritt in die kantonalen und eidgenössischen Verbände. Am oberländischen Bezirksturnfest in Spiez 1899 nahm der TVF noch ohne Fahne teil. Aber schon im nächsten Jahr war ein Banner angeschafft. Es kostete Fr. 330.-- und musste zuerst mit privaten Mitteln bezahlt werden. Eine gelungene Vorstellung mitten im Sommer ergab Fr. 380.-- Reinertrag, so konnten auch diese Schulden beseitigt werden. Stolz trug der Fähnrich die neue Fahne ans oberl. Turnfest in Oberhofen. Im Jahre 1900 erhielt der Turnverein auch seine Statuten. An der Versammlung vom 12. September wurden sie genehmigt, und jeder Turner setzte seine Unterschrift darunter. Artikel 1 enthielt die Ziele des Turnvereins und lautete: «Der Turnverein Frutigen bezweckt die körperliche und geistige Ausbildung seiner Mitglieder, wodurch Kraft, Gewandtheit und Ausdauer dem Körper, Mut, Willensstärkung und Beharrlichkeit dem Geiste, erstrebt werden. Im Besonderen will er seine Mitglieder zur Hilfe der Nebenmenschen und zum Schutze des Vaterlandes befähigen. Er sucht die nationale Gesinnung unter seinen Mitgliedern zu heben und zur Verbreitung des Turnwesens im Volke sein Möglichstes beizutragen» Krisenzeiten Menü 1902 trat Adolf Wäfler als Oberturner zurück. Nun folgten sich in ziemlich raschem Wechsel eine Reihe von Oberturnern, was für das Gedeihen des Vereins nicht gerade von guter Wirkung war. Ebenso gab es fleissig Aenderungen im Mitgliederbestand. Mit dem Bau der Lötschbergbahn kamen viele junge und zum Teil gute Turner nach Frutigen, und der Turnverein hatte, wenigstens zahlenmässig, seine Blütezeit, in der er bis zu 40 und mehr Aktive zählte. Aber viel Köpfe, viel Sinne! Verschiedene Differenzen führten dazu, dass am 18. August 1908 ein zweiter Verein, der Bürgerturnverein Frutigen, gegründet wurde. Glücklicherweise erfolgte aber schon am 29. April 1909 die Wiedervereinigung, die den Bemühungen der - damals nur für kurze Zeit bestehenden - Männerriege gelungen war. Die neu zusammengeschweisste Sektion arbeitete nun fleissig auf das eidgenössische Turnfest in Lausanne hin. Im Gerätewettkampf erreichte sie beinahe das Maximum, über 49 Punkte. Leider versagte gerade die dritte und beste Stufe in den Sprüngen vollständig, so dass es «nur» zum Eichenkranz reichte. Als dann 1913 der Bahnbau vollendet war, verliessen viele Turner unser Dorf, und der Verein schmolz auf ein kleines Häuflein zusammen. Wohl bemühten sich einige Unentwegte, den Betrieb aufrecht zu erhalten, aber 1915 bis 1917 hörte jede Tätigkeit auf. Mitbestimmend für den Zerfall waren natürlich auch die Kriegsjahre. Neues Leben Im Januar 1918 erwachte der Turnverein zu neuem Leben. Tierarzt Dr. Fritz Wenger, der durch seine in der Turnzeitung erschienenen Artikel «Ueber die Notwendigkeit von Tummelplätzen zu Stadt und Land» auch weiteren Kreisen bekannt geworden ist, übernahm das Präsidium. Zum Oberturner wurde Hans Lienhardt gewählt. Dieser hatte schon im alten Turnverein seine Sporen abverdient, war gleichsam mit ihm aufgewachsen, da sich ja das Uebungslokal der Turner in seines Vaters Gasthause befand. Schon als Schulknabe hatte er in den Reihen der Aktiven mitgeholfen und 1908 für einige Zeit das Oberturneramt bereits ausgeübt. Mit Leib und Seele war er Turner, und mit grossem Eifer und vieler Mühe brachte er den Verein wieder auf die Höhe. Er hat die längste Wirkungszeit als Oberturner aufzuweisen. Auch nach seinem offiziellen Rücktritt half er mehr als einmal aus, wenn es gerade nötig war. Eine tückische Krankheit hat ihn allzufrüh dahingerafft. Seit 1918 erfreute sich nun der Turnverein Frutigen einer ziemlich ungestörten Tätigkeit. Verschiedene Präsidenten und Oberturner stellten dem Verein ihre Kräfte in uneigennütziger Weise zur Verfügung und bewältigten ein grosses Stück Arbeit. Einzig während des zweiten Weltkrieges musste der Betrieb wiederholt reduziert werden, da auch die Turnhalle zeitweise andern Zwecken diente. Im oberländischen Bezirksvorstand war der Turnverein Frutigen zweimal vertreten. Zuerst wirkte Albrecht von Känel einige Zeit als Beisitzer. Dann wurde Hans Lienhardt mit dem Kassieramt betraut, das er manches Jahr inne hatte. Der oberländische Bezirksverband hat ihm für seine Dienste die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Der Turnverein wächst und gedeiht weiter. Eine junge Generation ist herangewachsen, die fernerhin die Ideale des Turnens hochhält. Stetsfort ist der Turnverein gewillt, nicht nur seine eigenen Anlässe zu fördern, sondern auch mitzuhelfen an Veranstaltungen allgemeiner Natur, seien sie zur Hilfe an den Mitmenschen oder zur Hebung der nationalen Gesinnung, wie es § 1 der ersten Statuten so schön enthielt. Besondere Anlässe Als besondere Veranstaltungen möchten wir die oberl. Turnfeste bezeichnen, die hier in Frutigen abgehalten worden sind. Wir entnehmen den jeweils erschienenen Berichten einige Angaben: Bezirksturnfest in Frutigen am 7. Juni 1903 Menü Vom prächtigen Festwetter begünstigt, nahm das oberländische Bezirksturnfest in Frutigen einen ganz gelungenen Verlauf. Die Beteiligung von Seite der Schwestersektionen war eine schwache; es konkurrierten nur 7 Sektionen: Interlaken, Meiringen, Brienz, Thun-Stadt, Thun-Bürger, Strättligen und Spiez. Um so herzlicherer Aufnahme erfreuten sich die Anwesenden. Morgens 7 Uhr war offizieller Empfang am Bahnhof durch Musik, Ehrenjungfrauen in der Tracht und Ehrenwein. Das Dorf war schön geschmückt, der Festplatz herrlich gelegen. Der Zudrang des Publikums war sehr stark. Mit Interesse wurden die Uebungen der einzelnen Turner an den verschiedenen Geräten verfolgt, und mancher Zuschauer probierte sich ebenfalls an den nationalen Uebungen. Es wurde flott und schneidig gearbeitet. Nach dem Bankett, das in den verschiedenen Hotels verteilt war, formierte sich ein Festzug, dessen malerischer Aufmarsch in der Frühlingspracht noch manchem Teilnehmer in guter Erinnerung bleiben wird. Hr. Nationalrat Bühler hielt die Festrede auf dem Festplatze. Er hiess die Turner willkommen. Er brachte sein Hoch dem teuren Vaterlande. Nachmittags entwickelte sich ein richtiges Festleben. Für die richtige Feststimmung sorgten die Festwirtschaft und die Dorfmusik. Besonderes Wohlgefallen boten die Gesamtübungen. Wegen vorgerückter Zeit musste die Preisverteilung etwas rasch abgetan werden. Der Präsident des Kampfgerichts, Hr. Neuenschwander von Oberdiessbach, drückte seine Befriedigung aus, dankte dem festgebenden Orte für seine Bestrebungen und für den herzlichen Empfang. Er brachte sein Hoch auf das Gedeihen der Turnerei im Oberland und speziell im Frutigland. Der letzte Zug entführte die meisten Teilnehmer. Präsident des Organisationskomitees war sehr wahrscheinlich Chr. Stoller, Kassaverwalter. Bezirksturnfest in Frutigen am 25. Juni 1922 Sozusagen vollzählig meldeten sich die Sektionen für das oberländische Bezirksturnfest im Jahre 1922 in Frutigen; von 31 fehlten nur 3, somit waren es 28 Sektionen mit rund 600 Turnern. Drei kleinere Sektionen meldeten sich allerdings im letzten Moment wieder ab. Das Verschieben der oberländischen Turnfeste wegen schlechtem Wetter war bald zur Regel geworden. Auch das Frutigerfest entging diesem Schicksal nicht, indem es zweimal verschoben werden musste und endlich am 25, Juni abgehalten werden konnte. Im Sommer war das eidg. Turnfest in St. Gallen; der Turnplan hatte sich somit nach diesem zu richten. Einzelturnen in allen 3 Gattungen, 2 Kategorien und mit Ausnahme der B-Turner und der Leichtathletik alle einen Zehnkampf. Für die Leichtathletik B = 8 Uebungen. Mit den Leistungen konnte man im Grossen und Ganzen zufrieden sein. Als Präsident des Organisationskomitees wirkte Notar Bütikofer. Am dritten Sonntag ging alles gut von statten, aber durch die Verschiebung erwuchs dem Turnverein ein Defizit von mehreren hundert Franken. Oberländischer Bezirksturntag in Frutigen am 23. Juni 1935 An der Abgeordnetenversammlung vom 11. November 1934 wurde in etwas heftig geführtem Kampfe aus den vier Bewerbern der Turnverein Frutigen als festgebende Verbandssektion erkoren. Von diesem Tage an begann die Arbeit; in Frutigen die organisatorische und in den Verbandssektionen die turnerische. Festprogramm: Samstag den 22. Juni 1935 15.30 Ankunft des Bezirksvorstandes, anschliessend Besichtigung des Festplatzes Sonntag den 23. Juni 1935 06.30 Ankunft der Sektionen Freie Vorführungen (Korbballspiel Thun-Steffisburg, Jugendriege 16.45 Sammlung zu den allgemeinen Uebungen Die endgültige Beteiligung zeigte folgendes Bild. Sektionsturnen: 22 Sektionen mit 592 Turnern «Nach längerer Regenzeit endlich wieder einmal ein schöner Tag, der aufheiternd auf die Gemüter wirkte und eine frohe Feststimmung schuf.» «Die Frutiger haben sich wirklich alle Mühe gegeben, die Oberländerturner freundlich zu empfangen. Schon der Ehrentrunk am Bahnhof mit Musikbegleitung zeugte davon. Den grössten und dauerndsten Beweis echter Turnerfreundlichkeit schuf sich die Bevölkerung Frutigens aber mit der schönen Turnhalle, um die sie viele Oberländerturnvereine beneiden. Habt Dank, ihr Frutiger, für Eure Mühe!» «Nach dem Mittagessen ging es zur Sammlung für den Umzug. Dieser durch das Dorf hindurch zum Festplatz führende Umzug, in dem nebst den vielen Turnern frohe Kindergruppen, Trachtenmeitschi, Turnerbehörden und Komiteemitglieder marschierten, vermochte ziemlich viel Volk aus der Umgebung Frutigens anzuziehen und warb jedenfalls vorteilhaft für unsere schöne Sache.» «Indessen war auch die Zeit für die allgemeinen Uebungen herangerückt, die wie immer der Höhepunkt des Festes sind und deshalb auch begeistert aufgenommen wurden. Zwischen hinein brachte der Präsident des Organisationskomitees, Herr Notar Bütikofer aus Frutigen, den Gruss und Willkomm des Festortes. Anknüpfend an den Bezirksturntag im Jahre 1922 in Frutigen, gedachte er derjenigen, die heute aus irgend einem Grunde nicht mehr unter uns sein können und verglich dann die damaligen mit den heutigen Zeiten, die sich trotz grosser Anstrengungen vielerseits nicht bessern wollen. Es fragt sich deshalb, ob es am Platze sei, Feste abzuhalten. Herr Bütikofer ist nicht einer derjenigen, die mit Rücksicht auf die Krise jede Festlichkeit aus der Welt schaffen möchten, weshalb er zum Schluss kommt, dass Feste, wie das heutige, ein Bedürfnis sind ... » Nach Herrn Bütikofer ergriff der Präsident des Verbandes, Herr E. Neuenschwander, Oberdiessbach, das Wort und richtete einige Worte an die Festgemeinde. Vor allem dankte er dem Organisationskomitee für die treffliche Organisation des Anlasses, der Bevölkerung Frutigens für die freundliche Aufnahme.
Fahnenweihe und Jubiläumsfeier am 30. August 1925 Menü Im Jahre 1923 hätte der Turnverein sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen feiern können. Man redete stark davon und traf auch schon einige Vorbereitungen, insbesondere wurde eine grosse Photographie der Aktiven erstellt; aber zuletzt fand man für gut, die Feierlichkeiten noch etwas zu verschieben. Unterdessen war auch die Vereinsfahne aus dem Jahre 1900 recht mürbe geworden; man durfte sie nur mit der allergrössten Sorgfalt behandeln, wenn sie nicht ganz zerreissen sollte. Wohl oder übel musste daher für ein neues Banner gesorgt werden. Schöne Spenden von verschiedenen Seiten ermöglichten die Anschaffung einer neuzeitlichen und gut wirkenden Fahne, die erstmals am eidgenössischen Turnfest in Genf entfaltet wurde. In einer schlichten Feier am 30. August 1925 weihte Herr Notar Bütikofer, der dem Turnverein seine Dienste immer bereitwillig zur Verfügung stellte, die Fahne ein, und die Turnvereine Thun-Bürger und Interlaken standen Pate. Bei diesem Anlass wurde auch des 25-jährigen oder eigentlich 27-jährigen Bestehens des Turnvereins Frutigen gedacht.
Turnlokale und Turnplätze Lange Zeit musste sich der Turnverein Frutigen mit sehr primitiven Uebungsgelegenheiten zufrieden geben: Tanzsäle, Güterschuppen, private Wiesen, steinige, kleine Turnplätze. Mancher Turner wird, wenn er an Turnfesten oder Kursen schöne Turnhallen und grosse Plätze zu Gesicht bekam, mit etwas neidischem Blick diese Kostbarkeiten betrachtet haben. Doch auch für Frutigen sollte die Zeit kommen, wo die Platznöte für längere Zeit verschwinden würden. Mit dem Bau eines neuen Primarschulhauses 1930/31 war auch die Erstellung einer Turnhalle verbunden. Drei alte Oberturner und Ehrenmitglieder des Turnvereins: Adolf Wäfler, Hans Brügger und Hans Lienhardt, waren als Mitglieder der Schul- und Baukommission gleichzeitig tätig und halfen ein Werk schaffen, das dem Dorf Frutigen zur Zierde gereicht und ihm alle Ehre macht. Mit der Turnhalle erstand auch ein selten grosser Turn- und Spielplatz. Somit ist in Frutigen die Forderung des einstigen Präsidenten Dr. Wenger nach Tummelplätzen in schönster Weise in Erfüllung gegangen.
Turnfahrten, Vorstellungen, Turnfeste Von Anfang an hat der Turnverein die Turnfahrten als schöne Gelegenheit zur Pflege der Kameradschaft ins Tätigkeitsprogramm aufgenommen. Schon im Jahre 1898 wurde die erste Turnfahrt ausgeführt. Es war für die jungen Turner sicher ein Ereignis, als sie zum erstenmal im schwarzweissen Turnerkostüm ausziehen durften. Diese Ausflüge wiederholten sich wahrscheinlich Jahr für Jahr, sei es allein, mit den Feldschützen oder als oberländische Turnfahrt. In den Jahren 1919, 1920 und 1921 wurde der eidgenössische Turnfahrtenwettkampf durchgeführt. Eine grosse Zahl von Kilometern musste in diesen drei Jahren abgeschritten werden, und es erforderte grosse Anstrengungen und manchen Schweisstropfen, bis der Wettkampf glücklich zu Ende geführt war. Der Lorbeerkranz, der am eidg. Turnfest in St. Gallen mit dem Sektionskranz an die Fahne geheftet werden konnte, war rechtschaffen verdient. Ueber verschiedene grössere Turnfahrten bestehen noch besondere Berichte und Photographien und geben Kunde von fröhlichen Erlebnissen. Grosse Sorgfalt wurde immer auch auf die Vereinsvorstellungen verwendet. Sie sollten die Mittel für den Vereinshaushalt bringen. Oft wurden sogar auswärtige Turner eingeladen, die das turnerische Programm in schöner Weise bereicherten. Man wagte sich auch an recht grosse Theaterstücke und erreichte ganz gute Leistungen. Mit wenig Ausnahmen waren finanzielle Erfolge beschieden, besonders bei Gartenfesten. Soweit es dem Turnverein irgendwie möglich war, nahm er an den oberländischen, kantonalen und eidgenössischen Veranstaltungen teil. Wir verweisen hier auf die Zeittafel. Das bedingte natürlich, dass auch die von den Verbänden angesetzten Kurse besucht werden mussten. Dem turnerischen Vorunterricht schenkte man von jeher grosses Interesse, und in den letzten Jahren fanden regelmässig die Prüfungen zur Erlangung des Turn- und Sportabzeichens statt.
Einzelturner Menü Eine Landsektion hat es ziemlich schwer, ihre Einzelturner auf die Höhe zu bringen. Wohl können die Turner grossen Eifer zeigen und alle Kurse besuchen, aber zu Hause fehlen wieder die rechten Uebungsplätze und vorab die guten Vorbilder, die jede Turnstunde zur Nachahmung anspornen. So haben denn die Kunst- und Nationalturner, die Kränze nach Frutigen brachten, ihr Rüstzeug anderswo geholt. Einige «Nationale» haben als Schwinger das begehrte Laub heimtragen können. Die jüngste Turngattung, die Leichtathletik, hat bis jetzt die schönsten Erfolge zu verzeichnen, indem die beiden Brüder Zbären mit ziemlich hohen Punktzahlen bis zu eidgenössischen Ehren gelangt sind. Die Zahl der Kranz- und Zweiggewinner in den 50 Jahren ist nicht sehr gross; umsomehr glauben wir, sie hier mit Namen nennen zu dürfen.
Jugendriege Erstmals im Jahre 1919 wurde die Bildung einer Jugendriege angestrebt. Es zeigten sich jedoch bedeutende Schwierigkeiten; die grösste bestand darin, dass keine passenden Uebungsplätze vorhanden waren. Eine Turnhalle gab es noch nicht, und Hotelsäle hielt man nicht gerade für den richtigen Aufenthalt von Knaben. 1931 konnte dann der Plan verwirklicht werden. Man wollte den Buben, die viel freie Zeit und Freude am Turnen hatten, Gelegenheit geben, sich noch etwas mehr als bisher darin zu betätigen. Gleich am Anfang meldeten sich 35 Knaben, und an der Einweihungsfeier für das neue Schulhaus und die Turnhalle zeigten sie mit grossem Eifer ihre Freiübungen. Auch am oberländischen Turnfest 1935 wirkten sie mit, und im Festbericht heisst es: «Zuerst zeigte die Jugendriege des Turnvereins Frutigen, die für ein Bergdorf eine stattliche Zahl Jünglinge aufwies, Fahnenschwingen. Die freien Vorführungen fanden ein dankbares Publikum und jung und alt erfreute sich an den schneidig ausgeführten Uebungen der Jugendriege, sowie am Gesang der Sekundarschüler.» Heute zählt die Jugendriege 24 Knaben. Die Uebungen werden am Samstag nachmittag abgehalten. Ein verantwortlicher Leiter und verschiedene Helfer teilen sich in die nicht ganz leichte Aufgabe, die Knaben zu betreuen. Eine Jugendriegekommission, bestehend aus Vertretern der Schulbehörden und der Lehrerschaft, wacht über den ganzen Betrieb. Nicht alle Knaben werden später Aktivturner, aber eine schöne Zahl recht guter Turner hat den ersten Ansporn in der Jugendriege erhalten. Als Leiter haben bisher gewirkt: 1931 - 1935 Trachsel-Keller Gottlieb, Lehrer
Männerriege Am 24. Februar 1909 gab der Bürgerturnverein Frutigen sein Einverständnis zur Gründung einer Männerriege mit dem Wunsche, diese möchte sich ihm als Untersektion anschliessen. Die Riege aber meldete zurück, dass sie völlig unabhängig bleiben wolle und ihr Hauptziel darin sehe, die beiden Turnvereine wieder zu vereinigen. Dies gelang ihr auch an einer gemeinsamen Versammlung am 29. April 1909 in der «Helvetia». Damit scheint ihre Aufgabe erfüllt gewesen zu sein; man hörte nichts mehr von ihr. Eine etwas längere Lebensdauer wies die zweite Männerriege auf. Sie kam mit der Turnhalle als loses Gebilde und war dem Turnverein nicht angeschlossen. Als Obmann amtete Herr Oberförster Lombard und als Turnleiter Sekundarlehrer Hans Schweizer. Eine Zeitlang wurde recht tüchtig geturnt und gespielt, sogar alte Männer fanden den Weg zur Turnhalle. Aus uns unbekannten Gründen löste sich die Riege im Jahr 1935 wieder auf. Am 14. Januar 1936 wurde dann die noch heute bestehende Männerriege als Untersektion des Turnvereins Frutigen ins Leben gerufen. Sie steht auf solider Grundlage. Jedes Mitglied ist zugleich Passivmitglied der Aktivsektion. Durch ein möglichst abwechslungsreiches Turnprogramm soll dem verschiedenen «Können» und «Mögen» Rechnung getragen werden. Die Pflege der Geselligkeit kommt ebenfalls nicht zu kurz. Wenn einzelne Mitglieder bis zu 100 % Anwesenheit an den Uebungen aufweisen können, so ist das für diese kein schlechtes Zeugnis. Obmänner: Bestand 1948: Anderegg Fritz, Abbühl Fritz, Bach Fritz, Brügger Hans, Allenbach Eduard, Bircher Eduard, Bourloud Edm., Germann Robert, Haug Robert, Hari Hans, Müller Edwin, Mürner Adolf, Kambly Jean, Kummer Rudolf, Steiner Fritz, Zobrist Alfred, Ruoff Wilhelm, Wandfluh Adolf, Trachsel-Keller G., Trachsel Fritz, Zürcher Emil, Werder Max, Trachsel-Schmutz G.
Damenriege Seit 1926 besteht in Frutigen auch ein Frauenturnverein. Derselbe ist dem Turnverein Frutigen nicht angeschlossen, wohl aber dem oberländischen Frauenturnverband. In jüngster Zeit sind Bestrebungen im Gange gewesen, die Damenriege dem Aktivverein als Untersektion anzugliedern. Gemeinsame Vorführungen haben auch schon stattgefunden. Chronologie Menü 1949 Jubiläumsturnfest 100 Jahre Bern. Kant. Turnverein in Biel. Im Dorf werben zwei besonders für diesen Anlass zurecht gemachte Schaufenster. Unter der Leitung von Klossner Jakob nimmt das Fest einen gefreuten Verlauf. Neben dem Lorbeerkranz für die Sektion werden vier Einzelturnerkränze und vier Zweige errungen. 1951 Das Eidg. Turnfest in Lausanne mit seinem verregneten Abschluss ist verrauscht, die Vereinskasse arg strapaziert. Eine Holztregi von Oeschinen nach der Fründenhütte muss mithelfen, dieses Loch wieder zu stopfen. Unter dem Namen "Transportfirma vier F" erscheint in der Neuen Bernerzeitung ein Bildbericht. Der Berichterstatter und Organisator Stucki Hans schreibt unter anderem: "Beim Bereitmachen der Lasten wollte keiner zurückstehen, bald war der Holzstoss verschwunden und auf die Rücken der Turner verteilt, pro Mann ca. 35 bis 50 kg. Geschlossen wurde der erste Teilmarsch in Angriff genommen, aber überaus gerne wurde dem Ruf Marschhalt Folge geleistet. Die Lasten begannen zu drücken, manch einer hatte sich zuviel zugemutet, aber verbissen wurde gegen Müdigkeit, Hunger und Durst angekämpft. Kurz vor der ersten Felspassage erreichte man die Nebelgrenze und in prächtiger Klarheit grüsste die Blümlisalp. Dankbar nahmen alle dieses überwältigende Bild auf und vergassen für kurze Zeit die Strapazen. Nach vier Stunden war der letzte Mann am Ziel; selten mundete den Leuten eine Suppe so gut wie nach diesem originellen Marsch. Noch hallten einige Lieder durch die klare Luft und kurze Zeit später sah man die Kolonne wieder auf dem Abstieg. Ein letzter Sonnenstrahl liess ein halbes Hundert Gesichter aufleuchten." 1952 Der Bau unseres neuen Schwimmbades ist fast abgeschlossen, die versprochenen Frondienststunden müssen abgegolten werden. Unter der fachmännischen Leitung von Malermeister Albert von Känel werden Hunderte von Quadratmetern Holzwand imprägniert. Die guten finanziellen Ergebnisse von Lottospielen beim TV Thun bewegen auch uns, diese brachliegende Geldquelle anzuzapfen. Ein Lottospiel zeugt davon, dass dieser Brauch früher florierte; es brauchte aber Umtriebe, die bis zur persönlichen Vorsprache beim kant. Polizeidirektor führten, um die Bewilligung zu erhalten. 1955 Eidg. Turnfest Zürich. Gut vorbereitet tritt die Sektion zum Wettkampf an. Ergiebige Regenfälle verwandeln den grünen Rasen in Morast. Um die Sektion für die Körperschule einigermassen auf dem Trockenen zu haben, muss der Frontmarsch im grössten Dreck begonnen werden. Manch einer produziert unfreiwillige Absitzer, der Dreck fliegt dem Hintermann ins Gesicht und an die weissen Turnkleider. Wasser und Sonne verwandeln die Schwarzen wieder in Turner, das Weiss der Turnkleider ist jedoch für die ganze Dauer des Festes dahin. Mit dem Zürcherfest fällt eine alte Tradition der Zeit zum Opfer, es endet nicht mehr an einem Montag. Der Empfang am Sonntagabend durch die Frutiger Bevölkerung gibt allen Teilnehmern die Gewissheit, dass das Turnen hoch geschätzt wird. 1956 Unter dem OK-Präsidium unseres leider allzufrüh verstorbenen Zbinden Walter organisiert der Turnverein Frutigen die Kantonalbernischen Nationalturntage. Das prächtige Fest findet uneingeschränkte Anerkennung aller Wettkämpfer. Wiederum werden auf den Plätzen rund um das Widi-Schulhaus die Anlagen und Laufbahnen hergerichtet, welche einen reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe garantieren. Straub Alois als Chef des Turnkomitees muss mehr als einmal seinen Helfern mit gutem Beispiel vorangehen, damit die Sache klappt. 1957 Bern. Kant. Turnfest Burgdorf. In die Geschichte eingegangen als heissestes Turnfest aller Zeiten. Sämtliche Brunnen der Stadt haben Tag und Nacht Hochbetrieb, sie werden zu allerhand Schabernack missbraucht. Der Festabschluss gerät der Hitze wegen in arge Schwierigkeiten. Die nahe Emme mit ihren kühlenden Fluten übt magische Anziehungskraft auf die in der brütenden Sonne zum Warten verurteilten Turnerscharen. Mit reduzierten Beständen versucht der Kant. Oberturner noch zu retten was zu retten ist. Die Hitzschläge vieler Turner sind lange nicht alle echt, aber Helfer, um solche "Opfer" vom Platz zu tragen, finden sich erstaunlich viele. Am oberländischen Turnerskitag im Kiental entführen, ganz gegen alle Prognosen, unsere Turnerskifahrer den Wanderpreis, eine prächtige Zinnkanne. Jubiläumsturnfest in Vevey, 100 Jahrfeier des Waadtländer Kant. Turnverbandes. Als offizieller Vertreter des Bernerverbandes wird der TV Frutigen erstmals ausserkantonal antreten. Unsere welschen Turnerkameraden enttäuschen uns nicht; mit echt welschem Charme werden wir empfangen und bewirtet. Aus dem Bericht des Oberturners ist zu entnehmen: "Meine Befürchtungen betrafen den Waadtländer und nicht die Waadtländer." Nach gut gelungenem Wettkampf kamen auch die Festfreude und der Uebermut zum Zug. Das Rösslispiel wurde mit Gewalt in die verkehrte Richtung gedreht, der Besitzer schrie Zetermordio nach der Gendarmerie und sparte nicht mit Schimpfwörtern, die aber alle unverstanden verhallten. So ein wenig Allotria gehört nun einfach zum Turnfest, erst noch wenn man so weit von zu Hause weg ist. Auf der Rückfahrt wurden dann die vielen Stunden verpassten Schlafes nachgeholt. Geiger Kari, unser Chauffeur, konnte ungestört seinen Erinnerungen an das Viviserfest nachsinnen. 1960 Oberländisches Bezirksturnfest in Frutigen. Arbeitsreiche Tage für die Herstellung der Plätze, wovon einer für die Leichtathleten auf dem Flugplatzareal. Sektionsturnen, Kunst und Nationalturnen rund um das Widischulhaus wie schon am letzten Oberländischen im Jahr 1935. Der Entscheid, auf den Sektionswettkampf zu verzichten, fällt den Verantwortlichen sicher nicht leicht, ist aber in Anbetracht der Dezentralisation das einzig Richtige. Alle Aktiven und eine grosse Zahl freiwillige Helfer leisten unter OK-Präsident Arthur Zürcher ganze Arbeit. Leider wird schon der Festumzug durch das Dorf ausgiebig begossen und die Schlussvorführungen leiden unter dem kalten, regnerischen Wetter. Trotz Wetterpech ist es ein schönes Fest, das allen Teilnehmern und Wettkämpfern in guter Erinnerung bleiben wird. 1961 Unsere Jugendriegeler möchten fürs Leben gern eine kleine Standarte. Auch hier findet wiederum Hans Stucki eine passende Gelegenheit, um das nötige Kleingeld aufzutreiben. Am Pfingsmontag besammeln sich dreissig Aktive, um drei Tonnen Sand und Zement von Aris auf den Arisberg zu transportieren. Die Träger werden auf die ganze Strecke in Zweiergruppen verteilt, die kräftigeren durften die steilsten Abschnitte aussuchen. In Portionen von 25-30 kg wird der Sand in die Höhe getragen, zuletzt warten noch zehn 50 kg Säcke Zement, die mit den letzten Reserven ebenfalls ihren Bestimmungsort erreichen. Das währschafte Nachtessen im Landhaus ist mehr als verdient. Die kameradschaftliche Zusammenarbeit lohnt sich in doppeltem Sinn, die Jugi erhält noch im gleichen Jahr ihre ersehnte Standarte. 1964 Weihe der neuen Fahne. Das schwarzweiss geflammte Banner aus dem Jahr 1925, das die Frutiger an sechs eidgenössischen, zwölf kantonalen und siebzehn oberldädischen Turnfesten, unzähligen schönen aber auch ernsten Anlässen begleitete, tritt in den Ruhestand. Manch älterer Turner wird mit wehmütiger Erinnerung an fröhliche Feste, an Erfolge des Turnvereins zurückdenken, bei denen dieses Banner dabei war. Manch junger Turner wird sich sogar die Frage stellen, ob dieses Stück Tuch wohl nötig sei? Sicher ist aber unsere Fahne eine Tradition, die es wert ist, sie zu erhalten und zu bewahren. In unserer schnellebigen modernen Zeit, wo alles kritisiert und geändert wird, gilt es Traditionen hochzuhalten. In einer schlichten Feier wird das neue Banner anlässlich eines Turnerabends im Hotel Simplon eingeweiht. 1966 Unsere Walliser Turnkameraden laden den Turnverein Frutigen als Gastsektion zu ihrem Kantonalturnfest nach Brig ein. Gerne folgen wir diesem Ruf und bereiten uns gut auf dieses Fest vor. Die Uebungen vom Bieler Kantonalturnfest können hier ihre Feuertaufe bestehen, gilt es doch, schon eine Woche später noch einmal anzutreten. Unter der Leitung von René Ruch nimmt das Fest einen gefreuten Verlauf, die Sektion wird mit dem Lorbeer ausgezeichnet, auch mehrere Einzelturner erringen das begehrte Laub. Eine prächtige Zinnkanne und ein Wimpel werden uns als Andenken überreicht. 1967 Eidg. Turnfest in Bern. Noch drei Turner, die schon vor zwanzig Jahren auf dem gleichen Platz dabei waren, stehen in den Reihen der Sektion. Manche Neuerung ist seitdem eingeführt worden. Mit dem Rendez-vous beim ETV am Festsamstag wird den Zuschauern ein Querschnitt durch sämtliche Sparten des ETV und des SFT geboten. Das YB-Stadion ist zum Bersten voll, alle sind begeistert von dieser neuen Art der Präsentation neuzeitlichen Turnens und Spielens. Eine ausgeklügelte Organisation dieses Anlasses trägt viel zum Erfolg dieser Veranstaltung bei. Die Oberländer Jungturner sind in Frutigen zu Gast. Mit Spielen, Stafetten und anderen Wettkämpfen vergeht der Tag im Nu. Es ist eine Freude, den Jugendriegelern bei ihrem Eifer, das Beste zu leisten, zuzuschauen. Sicher wird bei solchen Anlässen die überschüssige Kraft in die richtigen Bahnen ge lenkt. 1970 "Dr schnällscht Chandertaler" geht unter der umsichtigen Leitung von Werner von Känel zum ersten Mal über den Rasen, reibungslos wickeln sich die 60 und 80 Meterläufe ab. Ueber dreihundert Buben und Mädchen machen mit. Der unerwartete Erfolg gibt uns die Gewissheit, dass solche Wettkämpfe heute eine Lücke schliessen und den Schülern eine willkommene Gelegenheit bieten, sich mit ihren Kameraden zu messen. 1972 Eidg. Turnfest in Aarau. Vierzig Jahre sind verflossen seit die Frutiger am Jubiläumsturnfest in Aarau im Jahre 1932 teilgenommen haben. Manches hat sich in dieser Zeitspanne im Turnen wohl geändert. Der Computer hat auch bei den Turnern Einzug gehalten, Zweck und Ziel bleiben sich aber immer noch gleich. Der Oberturner Josi Fritz entschliesst sich erstmals ohne Körperschule den Sektionswettkampf zu bestreiten. Sein Entscheid ist unter den gegebenen Umständen sicher zu verantworten, ob er aber für kommende Turnfeste revidiert werden soll, ist gut zu überlegen. Aus der allgemeinen Beurteilung über das Eidg. Turnfest ist festzuhalten: Trotz der starken Aufgliederung der Wettkämpfe ist es gegenüber dem vorangegangenen Fest möglich gewesen, das Gesamtareal für die Wettkämpfe zu verkleinern, die Anzahl der Geräte und Anlagen zu reduzieren, die gesamte Wettkampfdauer zu verkürzen und mit der gleichen Kampfrichterzahl auszukommen und zwar bei nur unwesentlich geringerer Teilnehmerzahl. Die Sektionsbestände sind in vielen Fällen nicht kleiner geworden, weil nicht mehr jeder Turner jede Wettkampfdisziplin bestreitet (Aufteilungsmöglichkeit in Spezialrichtungen) und somit das Auswechselkontingent erheblich grösser geworden ist. Die vom TK-ETV vertretene Konzeption hat sich als absolut richtig erwiesen: Berücksichtigung der Neigung, also Spezialisierung einerseits, Betonung der Leistung anderseits. Dementsprechend gross ist das Angebot an Wettkampfmöglichkeiten mit Aufteilung der Sektion in Riegen und Gruppen. Die einhellige Zustimmung zum Fest und die ungetrübte Freude sind der Ausdruck dafür, dass das Turnen zeitgemäss und attraktiv geblieben ist. 1973 Die im Jahre 1970 begonnene Hallenmeisterschaft im Korbball wird in der Kategorie B zum dritten aufeinanderfolgenden Mal gewonnen. Der schöne Wanderpreis wird Eigentum des TV Frutigen. Leider fehlt der geeignete Platz, um ihn aufzustellen.
Einzelturner Im Einzelturnen zeichneten sich immer wieder Frutiger durch gute Leistungen aus. Einigen ist es sogar gelungen bis an die Spitze der Ranglisten vorzustossen. Im Nationalturnen errang Alois Straub an den beiden Oberländischen in Bönigen 1950 und Steffisburg 1956 den Siegeskranz. Fritz von Känel erkämpfte sich Siege am Zentralschweizerischen in Schattdorf 1969 und am Bern. Kant. Nationalturntag in Zäziwil 1972. Am Bernischen Kantonalturnfest in Thun 1953 erreichte Ruedi Rösti im turnerischen Zehnkampf bei den Leichtathleten den ersten Rang. Stucki Otto wurde an den Schweizermeisterschaften über 110 Meter Hürden bei den Junioren 1950 Schweizermeister. Zbären Manfred siegte am Oberl. Turnfest in Thun-Strättligen in der Leichtathletik.
1973-1998 1973 Erstmals findet ein Skirennen an Elsigen mit der Jugendriege statt. Das Jubiläumsjahr wird mit dem Jubiläumsabend "75 Jahre TV Frutigen" am 23. Juni gebührend gefeiert. Die Jahresmeisterschaft wird ins Leben gerufen, ein betreffendes Reglement ist in Ausarbeitung. Die Jubiläumsreise führt die Turnerfamile nach Österreich. Beim "Chandertaler" werden erstmals Hoffnungsläufe eingeführt. Am Dorffest zu Gunsten des Sport- & Erholungszentrums Frutigen hilft der TV Frutigen tatkräftig mit. In diesem Jahr ist im Vorstand erstmals von "J + S" die Rede, eine finanzielle Quelle scheint sich zu öffnen. Dem OTV wird für die Durchführung des Oberl. Turnfestes 1974 eine Absage erteilt. Grund: Die Wettkampfanlagen fehlen. Bereits im Jahre 1973 findet mangels eines Organisators kein Oberl. Turnfest statt. 1974 Damit der TV Frutigen "J + S" anbieten kann, müssen Leiter ausgebildet werden. Die OTV-Skitage in Sigriswil sowie die Eidg. Turnerskitage in Zweisimmen werden besucht. Im Hinblick auf das Oberl. Turnfest 1974 führt der Oberturner die Körperschule wieder ein. Bei der Nachzeichnung von Aktien für das Sport- & Erholungszentrum Frutigen werden Fr. 2’000.-- gezeichnet. Der 1. Augustumzug findet mit sehr wenigen Teilnehmern des TV Frutigens statt. Der Vorstand stellt sich die Frage: Wie weiter? Er erachtet es als wichtig, dass die Jugendriege gut geführt wird. Dies vor allem in Hinblick auf den Mitgliederbestand des TV Frutigen. 1975 Erneut wird von der Organisation der Oberl. Turnfeste 1976 oder 1977 abgesehen. Grund: fehlende Wettkampfanlagen. Das Oberl. Turnfest 1976 übernimmt schliesslich der TV Spiez. Am Kant. Turnfest in Thun wird im Rahmen des Vereinswettkampfes letztmals die Barrenübung gezeigt. Res Stucki gewinnt den Kantonal Bernischen Nationalturntag. Der Überzug der Ringermatte ist spurlos verschwunden. Der TV Frutigen erstattet Anzeige gegen Unbekannt. 1976 Mit dem TV Wahlen (Laufental) wird im Januar an Elsigen ein gemeinsames Skirennen und im Oktober ein Turntag auf dem Widi durchgeführt. Unter der Leitung von Werner von Känel findet wieder eine Turnerreise statt. Die Turnfahrt führt zum Turnkameraden Ernst Rychen, Varen (VS). Das TK wird ins Leben gerufen und die Ausarbeitung von Pflichtenheften für Vorstandsmitglieder beschlossen. An den Oberl. Korbballmeisterschaften entstehen Turbulenzen. Man verzichtet auf den Besuch eines Turnfestes. Am Eidg. Nationalturntag in Unterentfelden schlägt die grosse Stunde von Andreas Stucki, welcher Fritz von Känel als seinen Lehrmeister bezeichnet. Nach dem Punktemaximum im Vorschaffen steht er im Schlussgang Arnold Ehrensberger gegenüber. Trotz verlorener Partie belegt Res den hervorragenden 4. Schlussrang an diesem Eidg. Fest. Im gleichen Jahr gewinnt Stucki den Basler Nationalturntag. 1977 Am Turnstand vom 1.2.1977 übernimmt Peter von Känel das Amt des Oberturners von Fritz Josi. Er fordert einen straff geführten Betrieb und setzt diesen durch. Wer nicht an den Turnstunden teilnimmt, hat sich zu entschuldigen. Der TV Frutigen übernimmt die Instandstellung des Vita-Parcours. Eine Passivmitgliederwerbung wird durchgeführt. Das Interregionale Turnfest in Worb wird besucht. Dies nachdem der Oberturner zusammen mit Trudi Ruch vor den kritischen Augen des Verbandsoberturners René Ruch in dessen Wohnstube die Gymnastik zusammengestellt hat. Der Frutiger-Vorzeigenationalturner Res Stucki gewinnt auch dieses Fest. Am Turnstand von Ende Juni wird der Generationenkonflikt besprochen. Auf die Jungen kann nicht gezählt werden. Bei der Ausmarchung zum "gleitigschten Oberländer" erreicht der TV Frutigen vier Siege. Das vereinseigene Turnmaterial soll an die Gemeinde Frutigen verkauft werden. Infolge mangelnden Turnstundenbesuches steht der Ausschluss von Mitgliedern zur Diskussion. 1978 Menü Turner, deren Turnstundenbesuch mangelhaft ist, werden zu einer Aussprache eingeladen. Als Vorbereitung für das Eidg. Turnfest in Genf besucht der TV Frutigen das Seeländische Turnfest in Studen. In den vereins- und familieninternen Ausscheidungen setzen sich die Älteren gegen die Jüngeren durch (Rösti / Bärtschi). Total sieben Kränze sind der verdiente Lohn für die Anstrengungen im Training. Gespräche mit dem Damenturnverein finden statt betreffend einem gemeinsamen Turnen. Auf dem Widi werden Nachwuchswettkämpfe mit mangelhafter Teilnahme durchgeführt. Die Vorstandsbesetzung braucht viel Kraft, Nerven und Ausdauer. Der TV Frutigen nimmt erstmals an der Kant. Sektionsmeisterschaften in der Körperschule in Uetendorf teil. 1979 Unter dem neuen Oberturner Louis Ramu wird das Seeländische Turnfest in Aarberg besucht. Gleich acht Turner dürfen sich mit Lorbeer auszeichnen lassen. Es stellt sich die Frage, ob der Kant. Nationalturntag 1980 in Frutigen durchgeführt werden soll. Werner von Känel übernimmt schliesslich das Amt des OK-Präsidenten für diesen Anlass. Fritz Hurni gewinnt im Ringen den Schweizermeistertitel bei den Junioren (so auch zwei Jahre später). Der zweite Trainingsanzug wird angeschafft. Am Turnfest "Lustenau" wird nicht teilgenommen, obwohl dies geplant war. An den Kant. Sektionsmeisterschaften in Täuffelen feiert der TV Frutigen den Kantonalmeistertitel in der Körperschule. Jakob Sarbach und Res Stucki führen während dem Sommer Kurse in "J + S" auf den Sportanlagen der Sekundarschule durch. Bei Turnfesten wird eine Teilnahme in einer höheren Stärkeklasse angestrebt. Anstelle eines Altjahrshöcks findet in diesem Jahr ein Saujass statt. Der Einsatz eines Videogerätes wird geprüft. 1980 An dem vom DTV organisierten Turnerabend nehmen die Turner u.a. mit einem Barrenprogramm sowie einer Minitrampvorführung teil. Die Turnfestvorbereitung wird sehr ernst genommen. Im Mai stehen wöchentlich drei Trainings auf dem Programm. Die Vorbereitung wird anfangs Juni aufgrund der Durchführung des Kant. Bernischen Nationalturntages in Frutigen unterbrochen. Dank diesem Anlass schliesst die Jahresrechnung mit einem deutlichen Plus ab. Am Oberländischen in Zweisimmen übertreffen die Frutiger die erhoffte Punktzahl, obwohl der Wettkampf nicht optimal gelungen ist. Nach einer wohlverdienten Sommerpause verteidigt der TV Frutigen an den Kant. Meisterschaften im Sektionsturnen in Steffisburg den Vorjahressieg souverän. 1981 Die Hauptversammlung beginnt mit einer Traktandenverschiebung: "Kraftmaschine" und "Chilbi" sollen vor dem Budget behandelt werden. Da die geplante Chilbi mit dem Berglauf Frutigen-Adelboden kollidiert, wird mit Stichentscheid auf die Durchführung verzichtet. Die Ehrenmitglieder stiften einen neuen Wanderpreis für die Jahresmeisterschaft. Die neu eingeführte Sommerzeit ermöglicht den Turnern, das Gymnastikprogramm mehrmals bei Tageslicht durchzuturnen. Trotz anfänglich magerem Trainingsbesuch gewinnen die Frutiger das Kant. Turnfest beider Basel in der 5. Stärkeklasse deutlich. Die beim Kant. Turnfest in Bern erzielte Note von 118.08 Punkten übertrifft keine andere Sektion mehr. Der Oberturner hält fest: "Nach einem solchen Resultat hätte man eigentlich genügend Grund zum Feiern gehabt. Es scheint aber, dass dies für viele bereits als normal angesehen wird." Nachdem an den Kantonalen Sektionsmeisterschaften in Münchenbuchsee die Finalteilnahme nur knapp geschafft wird, muss trotz einer Leistungsteigerung im Final der Titel an Grindelwald abgegeben werden. Der Wiederaufstieg der Korbballer in die Gruppe A gelingt auf Anhieb. 1982 Die Hauptversammlung hält fest, dass der Jahresbeitrag der Jugendriege von Fr. 4.-- nicht mehr kostendeckend ist. Nach Anträgen und Gegenanträgen wird dieser auf neu Fr. 6.-- erhöht. Nur mit grosser Mühe können die Turner zum Mitmachen am Turnerabend überredet werden. Der fehlende Trainingsfleiss wirkt sich am Waadtländischen Turnfest in La Tour de Peilz in einer im Vergleich zum Vorjahr deutlich tieferen Note aus. Am völlig verregneten Solothurnischen in Biberist ist eine leichte Leistungssteigerung auszumachen, welche sich jedoch aufgrund der misslichen Verhältnisse nicht auf die Gesamtnote niederschlägt. 1983 Das Turnerjahr steht bereits ganz im Zeichen des Aufbaus zum nächstjährigen Eidgenössischen. Die Gymnastik wird erstmals zu Unterhaltungsmusik geturnt. Neu im Programm der Frutiger steht der 1000m-Lauf. Zum Pechvogel des Jahres wird Gottlieb Lauber ernannt, welcher an beiden besuchten Turnfesten in Martigny und Saanen den Kampf um die Matrazen verliert und mit einer harten Schlafunterlage vorlieb nehmen muss. Unverändert bereitet dem Vorstand der schelchte Turnstundenbesuch sowie die Passivität an Turnvereinanlässen Sorge. 1984 Die Zielsetzung zum Höhepunkt des Jahres, dem Eidg. Turnfest in Winterthur, lautet wie folgt: "Punktzahl über 116 und Einsatz eines jeden Turners im Sektionswettkampf, auf dass er zu einem guten Resultat beitrage." Die eingesetzten 31 Turner verfehlen dieses Resultat schliesslich nur ganz knapp. Kurt Wegmüller erturnt sich den eidg. Kranz im Olympischen Zehnkampf. 1985 Das Jahr nach einem Eidg. Turnfest wird oftmals als Flautejahr bezeichnet. Dem versucht der Vorstand mit der Einsetzung von Kurt Wegmüller als neuem Oberturner entgegen zu wirken. Rücktritte von einigen Turnern müssen zur Kenntnis genommen werden. Dem Verein macht die schlechte Beteiligung an Vereinsanlässen zu schaffen. Die Zeitungsschlagzeile "Vierhöchstes Resultat aller Oberländer Sektionen", erzielt am Oberl. Turnfest in Wilderswil, lassen diese Sorgen wieder etwas in den Hintergund treten. 1986 Endlich wieder einmal steht eine Turnerreise auf dem Programm. Die drei unbeschwerten Tage im Südtirol bleiben den Teilnehmenden in guter Erinnerung (Weindegustation usw.). Im Turnfestmonat wird das Mittelländische Turnfest in Bern besucht. Die erzielten 116,083 Punkte bedeuten den 3. Rang in der 5. Stärkeklasse. Am 14. Schwyzer-Kantonalturnfest in Siebnen kann diese Punktzahl nochmals gesteigert werden. Die am Abend in der Festhütte erzielten Punkte zählen leider nicht mehr für die Rangliste. Schön war es trotzdem. Im 10-Kampf besticht Kurt Wegmüller erneut mit einem Kranzresultat. Fritz Hurni gelingt in Sion als erstem und bisher einzigem Frutiger Turner ein Kranzresultat an einem Eidg. Schwingfest. 1987 Unter der Leitung von Louis Ramu werden die OTV-Skitage auf der Elsigenalp organisiert. Die über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden bestens präparierte Loipen und Pisten vor. Dank dem "Aeschikasse-Team" kann der Anlass bis und mit Rangverkündigung reibungslos abgewickelt werden. Der zum 150-Jahre-Jubiläum der Frutigkasse organisierte Spielnachmittag für Kinder bringt einen schönen finanziellen Zustupf in die Vereinskasse. Am Kantonal-Turnfest in Biel-Bötzingen spielt das Wetter nicht mit. Es regnet während des ganzen Festes. Der 1000m-Lauf ähnelt einer Schlammschlacht. Die unter ungleichen Voraussetzungen erzielten Resultate der Sektionen führen zu einer nicht ernst zu nehmenden Schlussrangliste. Trotzdem sind die Frutiger mit den erzielten 114,85 Punkten sehr enttäuscht. Im November verstirbt das Ehrenmitglied Albrecht von Känel im Alten von 98 Jahren. Nach 10jähriger Vorstandsarbeit übergibt Andreas Stucki das Zepter an den neuen Präsidenten Rudolf Bärtschi. 1988 Menü Nach einer ausserord. Hauptversammlung bewirbt sich der TV Frutigen um die Durchführung der STV-Skitage. Das sehr gute Resultat am Urner Kantonalen in Altdorf - mit einer neu einstudierten Gymnastik - kann am Oberländischen in Brienz nicht mehr bestätigt werden. Trotz einem abwechslungsreichen Herbstprogramm mit Wasserskifahren, Surfen, Minigolf usw. begeistert sich jeweils nur eine kleine Schar von Turnern für diese Anlässe. Nicht zuletzt diese fehlende Unterstützung seitens der Turner führt zum Rücktritt des Oberturners. Bezeichnenderweise entscheidet der Turnstundenbesuch über den Sieg der Jahresmeisterschaft. 1989 Die Hautpversammlung kann nicht vom Präsidenten geleitet werden, da dieser Stunden zuvor einen Oberschenkelbruch erleidet. Die zusammen mit dem TV Kandersteg durchgeführten STV-Skitage werden zu einem grossen Erfolg. Mit "rächti Lüt hei rächts Wätter" beginnt der Ressortchef Ski im STV, Hans-Paul Flückiger, die Rangverkündigung, welche den Schlusspunkt unter einen gelungen Anlass setzt. Mit "Superschnee, Superwetter, Superorganisation" betitelt die Verbandszeitschrift Sport-Aktiv die Skitage. Der für solche Anlässe ungewöhnliche Gabentempel mit Glocken, Schnitzereien etc. erinnert an Schwingfeste und ist das Verdienst des OK’s unter der Leitung von Peter Rösti. Am Albis-Verbandsturnfest in Affoltern kann die definitive Startaufstellung durch den Oberturner Louis Ramu erst im Car gemacht werden. Die Fahrt führt dabei über verschiedenste Feldwege. Mit dabei sind erstmals in der Vereinsgeschichte auch Frauen, welche in der Gymnastik mitturnen. Im 6-Kampf erkämpft sich Markus Arni den Doppelzweig. Der Podestrang der Sektion überspielt den ungenügenden Turnstundenbesuch. Beim Oberländischen in Interlaken muss am frühen Sonntagmorgen zum Wettkampf angetreten werden. Mit Rücksicht darauf, dass die Turnerinnen und Turner mit dem Gymnastiktraining viel Zeit aufwenden, werden zum Saisonende noch die kantonalen Meisterschaften in Büren besucht, allerdings ohne viel sportlichen Erfolg. 1990 Ein Vorschlag zur Einführung von Bussen bei Nichterscheinen zu Vereinsanlässen scheitert an der Opposition und wird an der Hautpversammlung zurückgezogen. Die Oberländischen Turnerskitage in Adelboden werden besucht und die Jugendriege zeigt sich in einem neuen Dress. Am "Chandertaler" hält zur Auswertung der Resultate die EDV Einzug. Das Oberländische Turnfest in Oberdiessbach wird mit 22 Turnern und 3 Turnerinnen, jedoch ohne Oberturner, besucht. Als eine der ersten Sektionen im Einsatz sehen die Frutigerinnen und Frutiger die Gymnastikbewertung als zu streng an. Der 3. Rang in der 4. Stärkeklasse darf sich dennoch sehen lassen. An der Feier zum 100. Geburtstag der Musikgesellschaft Frutigen sowie am eigenen Turnerabend im Hotel Simplon präsentiert sich der Verein der Öffentlichkeit. 1991 Der Oberländische Jugendriegetag findet unter dem Präsidium von Peter Rösti in Frutigen statt. Die Rekordteilnehmerzahl von 1032 Jugendlichen bereitet dem routinierten OK-Team keine grösseren Probleme. Zur Vorbereitung des Eidg. Turnfestes wird das Turnfest in Aigle besucht. Obwohl noch vor der Pendelstafette Walter Thierstein dem einheimischen Weissen nicht widerstehen kann (konsumiert aus einer PVC-Röhre), reicht es trotzdem zum Sieg in der 2. Stärkeklasse. Die Steinheber müssen ihre Steine selber ins Waadtland mitbringen. Ohne Oberturner treten die Frutiger in Luzern an. Gestärkt durch einen Frühstückshalt in Sarnen erreicht der TV Frutigen in der 7. Stärkeklasse mit einer Punktzahl von 117.27 den 24. Rang. Alle Sektionsmitglieder nehmen an den Freizeitwettkämpfen teil. Der farbenprächte Umzug sowie insbesondere der Schweizer-Abend mit der Oberländeraufführung des Wilhelm Tell treibt den Frutigern Tränen in die Augen. Symptomatisch dafür, dass im TV Frutigen seit einiger Zeit der "Wurm drin ist", findet der offizielle Empfang in Frutigen ohne einen Gemeindeverteter statt. Ein neuer Oberturner ist noch immer nicht in Sicht. 1992 Das Walliser-Turnfest in Naters beginnt für die Frutiger unter besonderen Vorzeichen. Ein Turner wird nach seinem Amerika-Aufenthalt lediglich eine Stunde vor Wettkampfbeginn mit der Gymnastikvorführung vertraut gemacht. Bei der schlussendlich erzielten Gymnastiknote von 29.35 mussten die Wertungsrichter beide Augen geschlossen haben. Zum Oberländischen Turnfest in Reichenbach fährt man mit dem Velo. Mit beachtlichen 117.54 Punkten schaut sogar ein Podestrang heraus. Das Riesenfest in Reichenbach führt zu staunenden Blicken nicht turnbewanderter Einheimischer und auch dazu, dass die Frutiger das Nachtessen stehend auf den Festhüttentischen einnehmen müssen. Am Sonntag steht der TV Frutigen als Helferverein in der Festhütte im Einsatz. Die Turnerreise (erstmals wieder nach sechs Jahren) bringt die Turnerinnen und Turner nach Montafon. Fliehkräfte animieren einige, die Rodelbahn in Seefeld in hohem Bogen zu verlassen. Eine gelungene Turnerreise, welche allen Beteiligten unvergesslich bleibt. 1993 Nach Jahren ohne Oberturner kann in Adrian Ruch, damals 23jährig, ein neuer Leiter gefunden werden. Er startet mit seinem Team, eingekleidet in einen neuen Vereinstrainer, zum Turnfest in Buochs/Ennetbürgen und landet gleich einen Sieg. Am Saisonhöhepunkt, dem Bernisch-Kantonalen Turnfest in Langenthal, schaut ein 4. Schlussrang heraus. Die 1000m-Läufer starteten im Ziel durch und landen direkt im Festzelt. Die Zeltstadt der Turnerinnen und Turner fördert den Zusammenhalt unter den Vereinen, wie bespielsweise zwischen dem TV Frutigen und dem TV Thun-Strättligen (Gehri-Ruch). Die Dorfbevölkerung von Frutigen empfängt die erfolgreichen Turner. Die Jahresmeisterschaft wird von diesem Jahr an vom Oberturner dominiert. 1994 An der Hauptversammlung können elf neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Im Frühjahr wird das vom FC Frutigen übernommene und in Eigenarbeit ausgebaute Klubhaus eingeweiht. Es ist ein Jahr der Premieren: Nebst dem erstmaligen Trainingswochenende in Willisau und der Organisation des 1. Frutiger Dorflaufes wird eine jährlich wechselnde Zufallsdisziplin in die Jahresmeisterschaft aufgenommen. Eine ungelenke, dynamische Steinabgabe in der Curlinghalle in Kandersteg kommentierte der Eismeister damit, dass dieser Stein bis nach Goppenstein gereicht hätte. Am verregneten Seeländischen Turnfest in Lyss schaut seit langem wieder ein Kranz in einem 10-Kampf heraus. Die Gymnastikgruppe präsentiert die neue Darbietung im neuen (Taucheranzug)-Dress. Beim Schwyzer-Kantonalturnfest in Küssnacht am Rigi sind die Frutiger bereits früh am Nachmittag mit dem Einsatz fertig. Die freie Zeit animiert einige zu einem von zahlreichen Zuschauern beachteten Bad im Vierwaldstättersee. Die Parkplatzlösung in einem Steinbruch führt dazu, dass das Auto des Oberturners zum "Steintransportfahrzeug" umfunktioniert wird. 1995 Erstmals seit Jahren nimmt der TV Frutigen wieder aktiv an Eidg. Turnerskitagen teil. Obwohl die beiden Langlauf-Zugpferde Walter Thierstein und Adrian Ruch innerhalb 3/10 Sekunden einlaufen, klassiert sich noch ein Läufer zwischen den beiden. Diese gute Ausgangslage reicht nach dem sonntäglichen Riesenslalom zum erfreulichen 3. Kombinationsrang der Mannschaft. An dieser Stelle sei auf die Karriere von Walter Thierstein hingewiesen: Swiss-Loppet-Gesamtsieger, Zweiter am König-Ludwig-Lauf und Spitzenränge in der World-Loppet-Serie sind nur Auszüge seiner Erfolge. Die Montag-Läufer haben von "Bartli" gelernt und wissen heute, dass der Wille (am Berg) Berge versetzen kann. Ursula Wandfluh kommt die Ehre zu, als erste Frau in den Vorstand gewählt zu werden. Einstimmig beschliesst die Hauptversammlung die Bewerbung zur Durchführung des Oberländischen Turnfestes in Frutigen im Jahre 1998. Am Seeländischen in Täuffelen treten die Frutiger zur Ueberraschung der mitgereisten Fans in den Fraben Schwarz/Weiss zur Gymnastik an. Was war geschehen? Ausgerechnet der Oberturner sorgt mit seinem vergessenen Tenue für hitzige Gemüter. Der TV Aeschi besänftigt diese mit dem Ausleihen ihrer Dresses. Für den Oberturner wird es indessen zum teuersten Turnfest. Die am Oberländischen in Uetendorf erreichten 119.41 Punkte bedeuten neuen Vereinsrekord. Dieses Resultat ist die zweithöchste Benotung eines Vereines im Jahre 1995 an allen in der Schweiz durchgeführten Turnanlässen. Mit dem Vizemeistertitel im Sektionsturnen an den Kantonalmeisterschaften in Utzenstorf, lediglich 3/100 Punkte hinter dem TV Seftigen, runden die Frutiger eine erfolgreiche Saison ab. Grundsätzliche Gespräche betreffend einer Fusion mit dem DTV Frutigen finden statt. 1996 Das Turnerjahr 1996 wird klar vom Eidg. Turnfest in Bern dominiert. Die Früchte jahrelanger, konstanter Aufbauarbeit sollen geerntet werden. Mit dem Verbandsmeistertitel in der Gymnastik in Heimberg unterstreicht der TV Frutigen seine Ambitionen. Zur Vorbereitung steht, nebst dem obligaten Trainingslager in Willisau, das Seeländische Turnfest in Kallnach auf dem Programm. Zahlreiche Neuturnern benützen die Gelegenheit, erstmals Turnfestluft zu schnuppern. Fritz Hurni zeigt sich im Steinheben bereits in hervorragender Form und schafft total 70 Hebungen, was auf der Umrechnungstabelle im 100m-Sprint einer Zeit von 8,6 Sekunden entspricht. In der Hoffnung, dass nach einer verpassten Hauptprobe eine gelungene Premiere folgt, macht sich der TV Frutigen auf den Weg nach Bern. Der "Berner Oberländer" meldet: "Frutigen schiesst den Vogel ab!" In der Tat gelingt dem TV Frutigen nicht in erster Line dank überragenden Einzelsportlern, sondern aufgrund einer starken Kollektivleistung das beste "Eidgenössische" seit Bestehen. Die Fähigkeit jeder Turnerin und jedes Turners, am Tag X mit einer konzentrierten Leistung das Bestmögliche zu geben, ist die verdiente Arbeit des Oberturners Adrian Ruch. Der Einstieg in den Wettkampf gelingt mit einer Note von 29.75 in der Pendelstafette-Doppelprogramm nach Wunsch. Mit der guten Bewertung der Gymnastikvorführung im Wankdorfstadion werden die grossen Trainingsanstrengungen endlich belohnt. Zusammen mit der gewohnt sicheren Leistung im Steinheben präsentiert sich die Ausgangslage vor dem letzten Wettkampfteil geradezu phänomenal. Das im Stillen anvisierte Ziel scheint in greifbarer Nähe zu sein. Während die routinierten Steinstösser Nerven zeigen, zerstreuen die 1000m-Läufer mit der blanken Note 30 die letzten Zweifel. Die "aufs Loch" erreichten 119.00 Punkte bedeuten das höchste Oberländer Resultat, die vierthöchste Wertung aller Berner Sektionen und den 6. Schlussrang in der 6. Stärkeklasse. Zwei Zweige im Nationalturnen runden den Erfolg ab. 1997 Das Jahr Eins nach dem in allen Belangen eindrücklichen Eidg. Turnfest in Bern (auch was das erzielte Defizit anbelangt) steht für den TV Frutigen im Zeichen einer Neuausrichtung. Nach Jahren der sich in schneller Folge wechselnden Höchstnoten steht die Steigerung der Mitgliederzahl an erster Stelle. Die Turnfestnote wird als sekundär erklärt. Fehler anderer Vereine, welche sich (zu) spät auf die Jugend besinnen, sollen vermieden werden. Ein Turnerabend zusammen mit dem DTV in der Turnhalle Kandergrund bildet den gelungenen Auftakt zum Vereinsjahr. Jodlerqualitäten werden dabei an den Tag gelegt. An den Oberl. Turnerskitagen auf der Axalp dominieren die Frutiger mit der Mannschaft, mit ersten Plätzen im Einzel Langlauf und Kombination sowie in der Kategorie Snowboard durch Ursula Neuenschwander. Das Zuger Kantonalturnfest in Steinhausen wird in der 2. Stärkeklasse absolviert. Die 1000m-Läufer sind sichtlich konsterniert, dass trotz guter Leistung keine bessere Benotung resultiert. Der Stärkeklassesieg entschädigt für den vorangegangenen - vermeintlichen - Frust. Mit Fango-Packungen wird die Turnfestnacht beendet. Am Oberländischen Turnfest in Wilderswil zeigen sich die Frutiger ihrer Favoritenrolle gerecht. Zum Sieg - wiederum in der zweithöchsten Stärkeklasse - steuern 46 Turnerinnen und Turnern mit ihren Leistungen bei. Davon sind ein Drittel jünger als 20 Jahre. Diese Mischung als jugendlichem Elan und langjähriger Erfahrung - gepaart mit einem hervorragendem Teamgeist - lässt für die Zukunft einiges erhoffen. Diese Hoffnung gründet auch auf der Steigerung der Mitgliederzahl bei den Jugendriegelern. Unter einem neuen Konzept und einem grossen, fachlich bestens ausgewiesenen Betreuerstab erfährt die Jugendriege wieder vermehrt Zulauf. Sportliche Vorbilder in den eigenen Reihen sorgen für konzentrierte und gute Arbeit. 1998 Menü Das Vereinsjahr 1998 steht im Zeichen der Organisation des Oberländischen Turnfestes sowie des 100. Geburtstages. Aus Rücksicht auf die noch zu leistenden Helfereinsätze findet lediglich ein 1-tägiges Trainingslager in Spiez statt. Am Regionalturnfest in Aesch nehmen die Frutiger erstmals in der 1. Stärkeklasse Mass. Urs Jenzer wird nicht zuletzt dank seinem Kategoriensieg am 100-km-Lauf von Biel Europacupsieger in der Gesamtwertung der Ultra-Marathons. Das Oberländische Turnfest in Frutigen Die jahrelangen Vorbereitungen des Organisationskomitees des Oberl. Turnfestes Frutigen kommen in die Endphase. Der Einheimischen-Abend vom Freitag lockt dank der Verpflichtung von Donghua Li über 1000 Personen an. Die Frutiger treten nach kurzem Schlaf bereits am frühen Morgen zum sportlichen Einsatz an. Die missratenen Wechsel bei der Pendelstafette werden durch solide Leistungen in den übrigen Disziplinen Gymnastik, Steinheben, Steinstossen, Weitsprung und 1000m-Lauf wettgemacht. Viel Zeit verbleibt jedoch nicht, sich über die Punktzahl Gedanken zu machen. Mit beispiellosem Einsatz aller Mitglieder zusammen mit 300 weiteren Helfern gelingt es dem TV Frutigen, den Oberländer Sektionen und den Gastvereinen ein unvergessliches Turnfest zu bieten. Das "Schlafen im Stroh" in umliegenden Ställen und Heubühnen wird von den Turnerinnen und Turnern geschätzt und verleitet zur Aussage, dass das "Betten mit der Heugabel" nur Vorteile bietet. Beherrscht von den Anstrengungen in Festzelt und Bar realisieren die Turnerinnen und Turner des TV Frutigen erst beim Einmarsch zur Siegerehrung richtig, dass sie das eigene Turnfest als Festsieger abschliessen. Tränen bei der Siegerehrung werden nicht zurückgehalten und dürfen von den OK-Mitglieder als schönstes Geschenk angesehen werden. Der abschliessende Helferabend bringt die Festhütte nochmals zum Kochen. Die tadellose Organisation und der grosse Einsatz am Turnfest bringen dem Turnverein Frutigen sowohl bei den Verbänden als auch in der Bevölkerung grosse Beachtung.
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